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«GaultMillau 2011»
Das «La Perla» ist so etwas wie das Wohn-zimmer der Luzerner Szene. Rotarier, Safran-zünftler, FCL-Beiräte, Dietschiberg-Golfer und wer sich sonst noch zur lokalen Prominenz zählt, geht hier ein und aus. Nicola Punzi, der clevere Gastgeber aus Kalabrien, begrüsst jeden Stammgast wie einen alten Freund und sorgt für einen hohen Wohlfühlfaktor. Besonders nett ist er zu all den Frauen, die zwischen erster Scheidung und zweiter Hochzeit Lust haben auf etwas Pasta und Frutti di mare. Und die Küche? Punzis Ragazzi am Herd arbeiten so, wie sie es in ihrer Heimat gelernt haben: herzhaft, gradlinig, schnörkelfrei. Schon für die Antipasti gibt's Applaus. Grob geschnittenes Kalbstartar (wie im Piemont) mit grosszügig geraffeltem Sommer-trüffel. Ein lauwarmer Pulposalat mit frischem Gemüse. Auffallend zwei Macken der Köche: halbe Tomätchen und seltsame Melonenkugeln werden flächendeckend bei (fast) allen Gerichten eingesetzt.
Einige «La Perla»-Klassiker sind jedoch wunderbar: Die Linguine mit Meeresfrüchten in Alu zählen wir dazu; in der Silberfolie entdecken wir Tintenfisch, Vongole, Miesmuscheln und Riesencrevetten. Und die Spaghetti alle vongole: Barilla Nr. 3 werden verwendet, und die sind nach genau drei Minuten wunderbar al dente. Den Safranrisotto mit knackigen Riesen-crevetten und Seeteufel (zum erstaunlichen Preis von 29 Franken) können wir auch weiterempfehlen. Ein Meisterwerk ist der Branzino aus dem Ofen: Er wird am Tisch stolz gelöst und mit einem feinen Olivenöl veredelt. Saftiger kriegt man den Wolfbarsch in der Leuchtenstadt kaum. Hauptgang-Alternativen: Lammrack mit Kräutern. Oder ein wunderbares, mit Rosmarin gewürztes Mistkratzerli.
Quelle:
GaultMillau Schweiz, Zürich
3. Dezember.2010 |